17 kreative Ideen in Zeiten von Corona – für Homeoffice und Privatleben (Teil 2)

Diese Tage und Wochen verlangen uns emotional viel ab. Zu den Gedanken über die eigene Gesundheit und womöglich Sorge um Angehörige kommen Überlegungen über die Zukunft unseres Wirtschaftssystem und des eigenen Jobs.

Viele von uns arbeiten in dieser Situation auch erstmals dauerhaft im Homeoffice. Aus diesem Grund habe ich insgesamt 17 Ideen für diejenigen zusammengestellt, die sich bei der Arbeit von Zuhause (neu) organisieren müssen. Dieses ist der zweite Teil des Artikels mit den Tipps 9 bis 17.

Wie wir Corona-Zeit zu Produktivzeit machen können (zweiter Teil)

Die Ideen 1 bis 8 findest du hier im ersten Beitrag zu diesem Thema.

9. Routinen entwickeln

Unsere Gewohnheiten prägen maßgeblich die Ergebnisse, die wir in unser Leben bringen. Eine spannende Frage ist: Dienen deine Gewohnheiten dir? Helfen sie dir dabei, diejenigen Ergebnisse in dein Leben zu bringen, die du dir wünschst?

Der achtsame Umgang mit deinen Routinen kann gerade in dieser Zeit sehr wertvoll sein.

 

10. Gemeinsame Corona-Routinen

Viele Menschen stehen zur Zeit vor besonderen Herausforderungen: neue Lebens- und Arbeitsumstände, Existenzängste, Doppelbelastung durch Arbeit und Kinderbetreuung, Einsamkeit, Sorge um die eigene Gesundheit oder liebe Menschen. Das innerlicher und äußerliche Chaos im Griff zu behalten kann persönlich sehr fordernd sein.

Um damit umzugehen, können wir einander helfen: und warum nicht auch dafür gemeinsam Routinen entwickeln?

  • Großeltern-Kinder-Routine: Tägliche Video-Calls oder Telefonate, in denen die Großeltern zum Beispiel etwas vorlesen oder mit den Kindern ein Brettspiel spielen. So sind die Älteren weniger allein und die Kinder beschäftigt. Die Routine führt dazu, dass alle Parteien sich innerlich darauf einstellen und daran gewöhnen können.
  • Stammtisch-Calls mit Freunden: Wöchentliche Video-Calls zum Abendessen / Kaffeetrinken / Weintrinken / Spiele spielen.
  • Pausenroutine Routinen im Team: Ein festes Datum in der Woche ist reserviert für einen Teamlunch. Jede*r schaltet sich aus seiner*ihrer Küche dazu.
  • Digitale Formate nutzen: Sich in virtuellen Gruppen treffen – wie beispielsweise mein Instagram-Format „Veras Working Lunch“. Immer werktags um 12.30 Uhr bei @veramariestrauch.

Vielleicht lohnt sich auch ein virtuelles Brainstorming mit den lieben Menschen in deinem Umfeld zu der Frage: Welche Corona-Routinen würden unsere Leben gerade bereichern?

 

11. Reflexion kultivieren

Selbstreflexion ist eine Superpower. Davon bin ich fest überzeugt (und darum geht es auch in meiner Arbeit ganz maßgeblich, beispielsweise in meinem Onlinekurs in der Female Leadership Academy).

Wir können diese besondere Zeit nutzen, um viel über uns zu lernen. Dabei ist Selbstreflexion und auch die Reflexion mit den Menschen um uns herum (physisch und virtuell) ein wertvoller Baustein.

  • Freies Schreiben: Ich schreibe meine Gedanken auf. Es muss auch nicht schön oder nachvollziehbar sein. Beim sogenannten Journaling geht es mir vor allem darum, meine Gedanken auszuspeichern.
  • Strukturiertes Schreiben: Manchmal stelle ich mir auch gezielte Fragen, die mich gerade bewegen. Zum Beispiel: Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte? Wenn du Interesse daran hast, diese Technik weiterzuentwickeln: In meinem Business Journal begleite ich dich 16 Wochen mit praktischen Übungen und täglichen Fragen. Hier mehr erfahren.
  • Reflexionsroutinen mit dem Team: Auch im Team, der Familie oder Partnerschaft könnt ihr Reflexion zur Routine werden lassen. Das ist ein kraftvolles Element, um gemeinsam zu wachsen und sich als Menschen noch besser kennen zu lernen. Tipp: Kurze Check-Ins am Anfang eines Meetings. Reihum beantwortet jede*r, wie es ihr*ihm gerade geht. Gerade in fordernden Zeiten, kann das Kraft geben und Einsamkeit und Sorgen lindern.
  • Austausch im Freundeskreis: Auch die (virtuellen) Treffen mit Freunden können ein Ort sein, um aktiv und bewusst über die eigenen Gefühle und Gedanken zu reflektieren.

Selbstreflexion ist eines der wertvollsten Instrumente für dein Wachstum.

 

12. Gemeinschaft aktiv suchen

Gerade dann, wenn der physische Kontakt so limitiert ist wie zur Zeit, kann virtuelle Gemeinschaft stabilisieren. Proaktiv den Austausch mit anderen zu suchen und ihn sogar in Routinen zu verankern, ist ein wichtiges Element, um sich nicht allein zu fühlen.

  • Sprachnachrichten Tagebuch mit der*dem guten Freund*in: Wenn ihr einen anderen Tagesrhythmus habt und euch nicht persönlich in Telefonaten oder Video-Calls treffen könnt, wie wäre es mit Sprachnachrichten. Jeden Tag eine Nachricht (vielleicht auch mit definierter Länge von 2-5 Minuten), in der ihr teilt, was euch heute besonders bewegt hat.
  • Regelmäßige Videocall-Verabredungen oder Telefonate beispielsweise immer dienstags um 19 Uhr zum Telefonieren, ihr macht beide allein einen Spaziergang und telefoniert dabei.

Auch wenn wir physisch getrennt sind, können wir emotionale Nähe mit anderen aufrechterhalten.

13. Physischen, energetischen Zustand nutzen

Du bist mehr als deine Gedanken. Gerade im Homeoffice kommen körperliche Bedürfnisse leicht zu kurz: Wir bewegen uns nicht mehr auf dem Arbeitsweg, weil dieser entfällt. Wir machen keine Pausen beim Plausch mit der*dem Kolleg*in in der Kaffeeküche.

Deshalb ist es umso wertvoller, den eigenen körperlichen Bedürfnissen bewusst Aufmerksamkeit zu schenken.

  • Bewegungsroutinen: Für Gesundheit und Wohlbefinden können schön kleine Sporteinheiten als Teil der täglichen Routine große Unterschiede machen, z.B. Dehn- oder Muskelübungen, Yoga, Spaziergänge oder Jogggen. Kostenfreie Videos mit Anleitungen helfen bei der Motivation und Abwechslung. Einfach allein oder mit anderen gemeinsam zu tanzen kann außerdem eine schöne Art der Abwechslung sein.
  • Frische Luft: Regelmäßig mit der Außenwelt in Verbindung treten – trotz Quarantäne, z.B. Spaziergänge oder Radtouren machen. Wenn möglich, auch das Fenster regelmäßig öffnen, auf den Balkon treten oder auch einfach in Ruhe sitzen den Blick in die Natur wandern lassen. Die Farbe Grün hat positive Wirkung auf unser Gehirn und bei Angstgefühlen kann der Blick in die Ferne Perspektive geben.
  • Musik: Schöne Klänge können die Stimmung aufhellen, uns in Bewegung versetzen und Abwechslung in den Alltag bringen. Sie kann im Hintergrund laufen (z.B. zur Förderung der Konzentration) oder Pausen verschönern (z.B. mit einer Playlist für eigene Power-Songs zum Mittanzen).
  • Atmen: Bewusstes Innehalten und Atmen ist ein kleiner aber sehr kraftvoller Tipp.
  • Meditation: Die Ruhe und innere Einkehr kann gerade in bewegten Zeiten Kraft und Orientierung geben. Ich nutze zum Beispiel die Headspace App gerne für 10 Minuten morgendliche Meditation.

Der achtsame Umgang mit deinem Körper ist ein wichtiger (und manchmal leicht übersehener) Bestandteil für dein Wohlbefinden.

Gesunde Ernährung hilft bei der Entwicklung von Ideen in Zeiten von Corona

14. Achtsamkeit für die eigene Gesundheit

Beim Aufbau einer neuen Routine im Homeoffice kannst du bewusst darauf achten, deiner Gesundheit Aufmerksamkeit zu schenken und deine Bedürfnisse besser kennenlernen.

  • Flüssigkeit: Trinkst du genug? Kleine Tricks wie beispielsweise eine gefüllte Teekanne oder Wasserflasche in Griffnähe auf dem Schreibtisch können schon viel zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme beitragen.
  • Nahrung: Gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem besseren Körpergefühl und somit Wohlbefinden bei. Vielleicht ist gerade die Zeit jetzt auch ein passender Moment, um die Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Zum Thema gesunde Ernährung und Wohlbefinden erfährst du in Episode 34 im Interview mit der Ärztin Dr. Janna Scharfenberg im Female Leadership Podcast mehr.
  • Pausen: Den Kopf regelmäßig frei zubekommen und zu entspannen, fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Qualität der Arbeitsergebnisse.
  • Screen-freie Zeiten: Achtsam Pausen von der Interaktion mit Bildschirmen (Handy, Tablet und Laptop) zu machen kann das Wohlbefinden und auch die Erfüllung deutlich fördern. Beispielsweise am Morgen und am Abend meditieren, einen Kaffee ohne Handy auf dem Balkon trinken oder Tagebuch schreiben.

Vor allem das Handy und den Laptop regelmäßig bei Seite zu legen kann Wunder für die Erfüllung im Homeoffice wirken.

15. Zusammen Fehler machen

Wahrscheinlich war es noch nie so einfach, weil so akzeptiert, Fehler zu machen. Das ist vor allem unternehmerisch eine Chance: Wir können und müssen in vielen Fällen gerade kreativ werden.

  • Neue Methoden und digitale Tools ausprobieren: Wir können im Team neue Tools und Methoden testen. Jede*r ist gefragt, Initiative zu zeigen und neue Ideen einzubringen – egal in welcher Funktion und Position (Inspiration für konkrete Ideen siehe oben).
  • Start, Stop, Continue: In Reflexionsrunden können wir in diesem Dreiklang vorgehen. Was wollen wir Neues ausprobieren („Start“)? Was wollen wir anders machen („Stop“)? Was funktioniert gut („Continue“)?
  • Gemeinsam lernen: Wir können gemeinsam in Teams, in unserer Familie und mit uns selbst lernen. Dazu bieten sich Reflexionsroutinen an (siehe oben), um sich gemeinsam zu hinterfragen. Was haben wir gelernt?

Lass uns diese Zeit nutzen, um gemeinsam kreativ zu werden, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.

 

16. Proaktiv handeln

Dein Verhalten macht einen Unterschied. In dieser besonderen Situation (und übrigens auch darüber hinaus) ist unsere kollektive Kreativität gefragt.

  • Ideen äußern: Du hast eine Idee, wie ihr ein Problem im Team lösen könnt? Wunderbar! Mach dir eine Liste mit Ideen, die du beim nächsten Team-Meeting vorschlagen möchtest oder schreib eine kurze Nachricht an dein Team.
  • Sorgen und Herausforderungen ansprechen: Es gibt etwas, das dich belastet oder beschäftigt? Vielleicht haben deine Kolleg*innen oder andere Menschen in deinem Umfeld eine Idee dazu oder können dir helfen. Gerade im Homeoffice braucht es Initiative. Außerdem helfen Menschen gerne und sie können nur helfen, wenn sie wissen, wo ihre Hilfe benötigt wird.
  • Für Selbständige und Unternehmer*innen: Wir sind mit unseren Sorgen nicht allein. Es gibt zahlreiche Hilfsmaßnahmen, die während der Corona-Krise zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise die Möglichkeit, Steuern später zu zahlen, von Sozialkassen gefördert zu werden, sich von Verbänden, Kammern, der Stadt oder Kommune helfen zu lassen. Auch hier können proaktive Anrufe und das klare Kommunizieren deiner Situation wichtig sein.

Die Initiative zu ergreifen und proaktiv mitzudenken ist ein Geschenk für jedes Team, jede*n Kolleg*in und für dich selbst.

17. Gemeinschaft leben und Wirtschaft neu denken

Der Corona-Virus hat signifikant weltweit in unsere Art zu Leben und Arbeiten eingegriffen. Ich sehe eine große Chance darin, dass wir jetzt beginnen uns Gedanken über unser Miteinander zu machen. Was können wir jetzt für die Zeit danach mitnehmen? Was wollen wir danach anders machen als vorher?

  • Neues Arbeiten und Wirtschaften lebt von einem gemeinschaftlichen Gedanken. Wenn wir eines gerade lernen, dann ist es, dass wir Menschen miteinander verbunden sind. Mein Verhalten hat Auswirkungen in dieser Welt. Wenn es gerade einen Unterschied macht, ob ich zuhause bleibe oder nicht, kann es dann nicht auch einen Unterschied machen, was ich in anderen Lebensbereichen mache?
  • Hilfe annehmen: Nach Hilfe zu fragen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Gemeinschaft und Vertrauen. Es bringt Verletzlichkeit mit sich – aber genau das ist es, was es so stark macht. Wir können Vorbild sein (auch in Unternehmen), wenn wir mutig vorleben, nach Hilfe zu fragen und sie anzunehmen. Die Nachbarn bieten Hilfe beim Einkauf an? Ja, danke, sehr gerne. Ich bin mir nicht sicher, wie wir das Homeoffice im Team am besten organisieren? Ja, so ist es, danke für eure Hilfe: Gemeinsam schaffen wir das hier. Ein Unternehmen hat gerade eine schwere Zeit und ist auf Hilfe seiner Kund*innen, Lieferant*innen und des Staates angewiesen: So ist es dann eben. Wir brauchen einander. DAS ist die Chance für uns.
  • Anderen großzügig geben: Großzügig zu teilen, kann neue Maßstäbe setzen und Menschen sehr helfen, wenn sie vor großen Herausforderungen stehen. Kleinigkeiten machen schon einen Unterschied – wie ein Zettel im Hausflur oder Briefkasten der Nachbarn, um Hilfe bei Einkäufen anzubieten. Oder der Reinigungskraft weiterhin ihr wöchentliches Geld zu bezahlen – auch wenn sie zur Zeit nicht arbeiten kann. Oder Gutscheine beim Café um die Ecke zu kaufen, damit die Betreiber*innen weiterhin ihre laufenden Kosten decken können.

Lasst uns diese Zeit als Chance sehen, um Kooperation vollkommen neu vorzuleben.

Lass uns die Zukunft der Wirtschaft gemeinsam neu denken 🧡

Bei all den Herausforderungen dieser besonderen Monate ist jetzt die Zeit, Wirtschaft und Arbeit neu zu denken.

Mit Fragen nach der Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit beschäftige ich mich auch in meinem Female Leadership Podcast und in meiner Academy.

Gemeinsam mit meinem Team möchte ich in dieser Zeit und auch darüber hinaus, Wandel gestalten und mit meiner Arbeit helfen. Wenn es etwas gibt, dass dich zur Zeit beschäftigt und bei dem wir helfen können, melde dich bei uns.

 

In eigener Sache: Digitales Lernen in der Female Leadership Academy 🚀

In meiner Academy haben wir seit einigen Jahren ganz besondere und sehr persönliche Lernkonzepte entwickelt, die vollständig digital sind. Als Trainerin begleite ich dich über mehrere Wochen bei deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung in meinem Female Leadership Programm. Dabei arbeiten wir an Themen der Selbstführung, Kommunikation, Organisation und New Work – in einem ganzheitlichen Konzept zur Persönlichkeitsentwicklung.

Dieser Kurs wird live von mir begleitet und hat interaktive Elemente (z.B. deine eigene Mastermindgruppe aus Frauen, mit den Kurs gemeinsam durchläufst). Deshalb kann der Kurs nur sehr selten gebucht werden: Für den nächsten Kursbeginn kannst du dich nur noch bis zum 2. April 2020 um 23.59 Uhr anmelden.

Nutze deine Chance, während dieser besonderen Zeit in dich und dein Wachstum mit einem praxiserbrobten und von Absolventinnen hochgelobten Onlinekurs in deine Entwicklung zu investieren. Mehr zum Kurs, unserer digitalen Arbeit und der Female Leadership Academy erfährst du hier.

 

Mehr Input zum Thema Struktur und Organisation

🎧 Mehr zu diesem Thema erfährst du auch in Episode 99 – Struktur trotz Corona: 9 Ideen für einen organisierteren Alltag in meinem Podcast. Du findest den Female Leadership Podcast bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.